Es reicht! Es reicht schon so lange! Heraus zum Bildungsstreik!

Am 17. November wollen wieder tausende Jugendliche demonstrieren. Der Unterricht in den Schulen und die Vorlesungen an den Hochschulen sollen bestreikt werden. Wir werden gegen die herrschenden Verhältnisse im Bildungs- und Wirtschaftssystem auf die Straße gehen. Denn diese Verhältnisse machen es immer schwerer das Leben zu bestreiten.

In der Schule und Hochschule
In der Schule steigt der Leistungsdruck immer weiter, wie z.B. im G8. Dabei wird viel Schulstoff in wenig Zeit hineingepresst. Für manche geht es dann an die Hochschule, wo es mit dem Leistungsdruck auch nicht besser wird. Dort muss man bis zu 600 Euro pro Halbjahr Studiengebühren bezahlen und die Umstellung auf das Bachelor/Master System bringt viele Schwierigkeiten mit sich, wobei die ersten die Versuchskaninchen sind.

Ausbildung …
HauptschülerInnen haben es noch schwerer, denn obwohl sie früh darauf getrimmt werden Bewerbungen zu schreiben, sind ihre Perspektiven auch mit Abschluss gering. Für die meisten Ausbildungen wird meist Mittlere Reife wenn nicht sogar Abitur gefordert. Oft werden hunderte Bewerbungen geschrieben, obwohl laut einer DGB Studie nur jeder zweite eine Stelle bekommt. Wenn man doch eine bekommt, kann es einem passieren, dass man dafür auch noch zahlen muss. Zum Beispiel bei einer Ausbildung zum/zur Therapeut/in ist es keine Seltenheit, dass man zwischen 400€ und 800€ pro Monat bezahlen muss.

… und Betrieb
Ist man dann im Betrieb werden Auszubildende oft als billige Arbeitskräfte betrachtet, müssen gar ausbildungsfremde Tätigkeiten ausführen und werden meist alleine gelassen. Nach der Ausbildung sieht die Realität oft so aus, dass man nicht übernommen wird, denn neue Azubis sind oft rentabler.

Übernahme und Arbeit
Selbst wenn man nach der Ausbildung eine Stelle bekommt, gilt es immer noch eine 6 monatige Probezeit zu überstehen, in der man fast fristlos gekündigt werden kann. Zu dem wird es unter ArbeitgeberInnen immer beliebter nur noch befristet einzustellen oder Leiharbeit einzuführen.

Arbeitslosigkeit
Viele Jugendliche haben weder einen Ausbildungsplatz noch eine andere Möglichkeit Geld zu verdienen und sind auf ihre Eltern angewiesen. Mit der Erwerbslosigkeit der Eltern wird die Situation noch schwieriger. Gerade jetzt in Zeiten der Massenentlassungen – wie z. B. bei Quelle hier in Nürnberg Fürth – sieht es schlecht aus.

Wir sind viele. Wir sind wütend.
Das alles, diese Zustände und die Verschlechterungen sind Folge eines Bildungs- und Wirtschaftssystems, das stark an Profit ausgerichtet ist und immer weiter danach ausgerichtet wird. Die gesamte Ausbildungszeit soll kürzer und damit die Lebensarbeitszeit länger werden, damit die Menschen länger Gewinne für die Unternehmen erarbeiten können. Um die niedrigen Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards in anderen Länder nutzen zu können, werden viele Betriebe verlagert. Deshalb sind hier viele Menschen arbeitslos und Jugendliche finden keine Ausbildungsplätze oder diese sind schlecht bezahlt. Unsere Antwort darauf ist nicht die Abgrenzung von anderen Ländern und den ArbeiterInnen, SchülerInnen und StudentInnen dort. Denn damit können wir gegeneinander ausgespielt werden. Deutsche gegen Polen, Polen gegen Chinesen usw. Unsere Antwort dagegen ist der Zusammenhalt über Grenzen hinweg. Solidarität mit allen kämpfenden SchülerInnen, StudentInnen und ArbeiterInnen, die sich für ihre Interessen einsetzen – weltweit!
Raus aus der Resignation! Hinein in den Kampf für ein besseres Leben!

Gegenmacht aufbauen! Lass uns kämpfen!
Viele Menschen sind frustriert von der Situation aber sehen keine Möglichkeit sich zu wehren oder etwas zu ändern. Wenn man versucht dafür einzutreten und z.B. beim Bildungsstreik mitmacht, erfährt man gerade in der Schule schnell starke Repression in Form von Verweisen und Verboten. Aber gerade deswegen ist es notwendig selbst aktiv zu werden und den Kampf gegen dieses Bildungs- und Wirtschaftsystem aufzunehmen und für seine Interessen nach einem Leben ohne Armut und Ausbeutung selbst einzutreten. Denn es ist unser Leben und unsere Zukunft also lasst uns gemeinsam kämpfen. Für ein Bildungs- und Wirtschaftsystem nach unseren Interessen!